Informationsveranstaltung
der IG Platjenwerbe und Ihlpohl am
23.01.2026

Am 23. Januar 2026 fand unsere Informationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Platjenwerbe statt.
Etwa 65 Personen, darunter Mitglieder aller im Rat vertretenen Fraktionen, folgten der Einladung, so dass das DGH gut besetzt war. Das Thema der Veranstaltung lautete: „Droht doch die Schulfusion?“.
Unser Anliegen war es, über folgende Fragen zu informieren und in den Austausch zu gehen:

  • Was ist in den 9 Monaten (seit dem Ratsbeschluss im April 2025) passiert?
  • Wird die Zusammenlegung der Grundschulen Platjenwerbe und Ihlpohl trotz entgegenstehendem Ratsbeschluss weiterhin forciert?
  • Wie ist der aktuelle Stand der Schulentwicklung in Ritterhude?
  • Was bedeutet das "PD-Papier" für die Grundschule Platjenwerbe?
  • Was können Bürgerinnen und Bürger bewirken?

Wichtige Hintergrundinformationen zu den Themen Ganztagsschulen in Ritterhude und die Schulentwicklungsplanung im gesamten Gemeindegebiet wurden, aufgelockert durch ein so genanntes „Podiums -Küchengespräch“ und unterstützt durch eine PowerPoint-Präsentation, für die Gäste kurzweilig und transparent aufbereitet.

Ein besonderer Fokus wurde dabei auf die inhaltliche Auseinandersetzung der IG mit der Präsentation der „Partnerschaft Deutschland-Berater der öffentlichen Hand“ (PD) gelegt. Diese sollte laut Beschluss des Bildungsausschusses vom Juni 2025 von der Verwaltung beauftragt werden eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchzuführen. Diese Wirtschaftlichkeitsberechnung sollte allerdings nur die Kalkulation einer Sanierung oder eines Neubaus der Grundschulen Platjenwerbe und Ihlpohl umfassen. Leider wurden darüber hinaus sowohl andere Schulstandorte der Gemeinde mitbetrachtet als auch die Fusion der Grundschulen Platjenwerbe und Ihlpohl als mögliche Strategie in Erwägung gezogen. Letzteres entspricht nicht dem Beschluss des Rates und diese abweichende Beauftragung wurde auch nicht (wie erforderlich) durch einen Ausschuss genehmigt.

Weitere Kritikpunkte seitens der IG hinsichtlich der „PD-Präsentation“ sind:

  • Es wurde für den Standort Platjenwerbe nur eine Teilsanierung in Erwägung gezogen und keine Komplettsanierung.
  • Für die verschiedenen Schulstandorte und Varianten wurden unterschiedliche und in Teilen nicht nachvollziehbare Mindest- bzw. Maximalstandards zugrunde gelegt. Dies führt in Platjenwerbe zu einem aus unserer Sicht viel zu hoch angesetzten Raum- und Quadratmeterbedarf, der daraufhin höhere Kosten verursacht. Diesen Platin- bzw. Goldstandard halten wir hinsichtlich der dann zu erwartenden sich deutlich erhöhenden „Pro-Kopf- Verschuldung“ für nicht verantwortbar.
  • Es besteht die Befürchtung, dass dann, wenn Platjenwerbe mit den Baumaßnahmen an der Reihe ist, kein Geld mehr für diesen Standort zur Verfügung steht bzw. seitens der Kommunalaufsicht aufgrund der überhöhten finanziellen Belastungen verhindernd eingegriffen wird.
  • Unserer Meinung nach ist nicht zwingend ein Neubau notwendig, sondern ein resourcenschonender An- und Umbau, inklusive energetischer Sanierung, vorrangig zu betrachten. Wir erwarten, dass z. B. auch berücksichtigt wird, welche Räumlichkeiten in Platjenwerbe bereits vorliegen. So bietet. das sanierte Dorfgemeinschaftshaus mit 150 m² Fläche diverse Nutzungsmöglichkeiten wie z. B. als Mensa für den Ganztagsbetrieb. Laut Nutzungsvertrag des DGH steht der Schule eine regelmäßige Nutzung der Räumlichkeiten zu.
  • Wir sind der Meinung, dass die Platjenwerber Schulkinder während der Übergangszeit des Schulumbaus nicht in Ihlpohl beschult werden müssen, sondern vor Ort Unterricht in Platjenwerbe stattfinden kann.
  • Bei den Planungen der Gemeinde Ritterhude bezüglich der Schulentwicklung wünschen wir uns mehr Transparenz, Austausch und Informationen. Schließlich geht es hier um den Bürgerwillen und um ein konstruktives Miteinander. Und es geht um unsere Kinder, die belegt durch Studien, an kleineren ortsnahen Schulen bessere Lernbedingungen vorfinden können.

Im Anschluss an den Informationsteil wurde das Publikum einbezogen. Wir fanden Fragen und Anmerkungen des Publikums äußerst wichtig. Es entwickelte sich ein reger Austausch. Teilweise erfolgten auch Rückmeldungen oder Wortbeiträge durch Anwesende Mitglieder des Gemeinderates.

Am Ende bleibt noch einmal zusammenzufassen, was jeder Einzelne tun kann: informiert bleiben, zum Beispiel auch bezüglich der Wahlprogramme und Positionen zur Schulentwicklung, Teilnahme an Ausschuss- und Ratssitzungen der Gemeinde Ritterhude, Stimme erheben, mitreden, im Ort miteinander vernetzen, sich engagieren, zum Beispiel in unserer IG Schulentwicklung.

Kommt zu uns und helft mit, um unsere Grundschule in Platjenwerbe zu erhalten! Jede noch so kleine Hilfe im Sinne unserer Sache freut uns! —> Wir sagen es sehr deutlich: wir sind für den Erhalt der Schulen und für die Investitionen in unsere Schulen, aber die Verwaltung sollte alternative und praktische Lösungen finden und nicht mit Zahlen rechnen, die nur den Goldstandard abbilden. 

Über uns

Die Interessengemeinschaft Schulentwicklung Platjenwerbe und Ihlpohl ist eine Bürgerinitiave, die sich aufgrund der Schulstrategieplanungen der Gemeinde Ritterhude im November 2024 gegründet hat.